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Beirat - Konfliktlöser im Unternehmen?

Dr. Busse Alberts & Partner

Beirat - Konfliktlöser im Unternehmen?

 

Guter Rat kann viele Formen annehmen. Eine davon ist der "Beirat". Anders als der gesetzlich vorgeschriebene Aufsichtsrat bei AGs und großen GmbHs ist der Beirat ein Gremium, das jedes Unternehmen, unabhängig von Rechtsform oder Größe, freiwillig einrichten kann. Damit der Beirat die Geschäftsführung bestmöglich unterstützt, sollten Aufgaben und Arbeitsweise vorab bestimmt werden.

 

Gestaltung der Aufgaben ist frei

 

Ein wichtiger Vorteil des Beirats ist, dass die Unternehmensleitung ihn nach ihren Wünschen gestalten kann. Die Kernfrage ist zunächst, welchen Zweck die Arbeit des Beirats erfüllen soll:

 

- Beratung: Die Beratungsaufgaben können sich auf sämtliche oder auf ausgewählte strategisch bedeutsame Führungsthemen erstrecken, z.B. Nachfolge/Übergabe, größere Investitionen, Übernahmen, Marktausrichtung, Internationalisierung, Umstrukturierungen, spezielle Projekte oder Personalentscheidungen.

 

- Aufsicht/Kontrolle: In diesem Falle handelt es sich um das Pendant des gesetzlichen Aufsichtsrates, dessen Befugnisse analog übernommen bzw. angepasst werden können. Der "Governance Kodex für Familienunternehmen" gibt Empfehlungen, was speziell aus Inhabersicht für einen Aufsichtsbeirat geregelt werden sollte und inwieweit das Gremium z. B. zuständig ist für: Bestellung und Abberufung der Geschäftsführung, Zustimmung zur Unternehmensstrategie und zur Unternehmensplanung, Feststellung des Jahresabschlusses und die Gewinnverwendung, Zustimmung zu Verträgen mit Inhabern, Familienmitgliedern und Mitgliedern des Aufsichtsgremiums, Auskunfts- und Informationsrechte.

 

- Konfliktmanagement: Eine weitere Aufgabe des Beirats kann auch sein, zwischen Geschäftsführung und Gesellschafterversammlung ausgleichend zu wirken und bei Generationenkonflikten zu vermitteln. Es ist möglich, dem Beirat auch eine förmliche Schiedsfunktion zuzuweisen.

 

Natürlich haben Beiräte auch eher "weiche" Aufgaben. So fördern engagierte Mitglieder die Geschäftsbeziehungen des Unternehmens durch Netzwerken. Renommierte und gleichzeitig kompetente Persönlichkeiten im Beirat können sich positiv auf das Image des Unternehmens auswirken.

 

Schritte zur Errichtung eines Beirats

 

- Prüfen Sie den Bedarf und die Aufgaben des Beirats für Ihr Unternehmen und die dazu benötigten Kompetenzen der Beiratsmitglieder. Bestimmen Sie das Verhältnis des Beirats zu den Aufgaben der Geschäftsleitung und/oder der Gesellschafter.

 

- Entscheiden Sie, ob der Beirat durch Satzung/Gesellschaftsvertrag oder durch privatrechtliche Beraterverträge errichtet werden soll. Gesellschaftsvertraglich sind grundlegende Bestimmungen über Zusammensetzung, Ernennung, Abberufung und Kompetenzen erforderlich.

 

- Legen Sie einen angemessenen und tragbaren Vergütungsrahmen fest. Gewinnen Sie geeignete Expertinnen und Experten als Beiratsmitglieder.

 

- Lassen Sie ggf. eine Geschäftsordnung vorbereiten und möglichst auf der ersten konstituierenden Sitzung vom Beirat beschließen.